Charakter Woche: Zoé

22. April 2010, 02:48
Meine erste große Liebe

Kreta, der wohl langweiligste Ort der Welt.
Und ausgerechnet hier mussten wir wegen Papas Job für zwei Wochen bleiben.
Ich weiß nicht wieso ich damals hier lang lief, und wieso ich zu dieser Schule ging, zu diesen Zeitpunkt, mit diesen Interesse und zu IHM.
Wenn ich zurückblicke, bin ich der festen Überzeugung es war Schicksal.

Kunstausstellung einer öffentlichen Schule, eine Riesen Menschenmenge versperrte die Sicht zu einem Bild das mehrere Menschen in Tränen ausbrechen ließen.
Durchgekämpft sah ich ihn, undefinierbares Gesicht, undefinierbare Aura, undefinierbares Schönes Bild.
Ein abgetrennter Flügel auf einen alten vermoderten Boden, daneben eine Sonnenblume und die Silhouette einer Frauengestalt. Fremde, unnatürliche Farben wurden genommen, Farbmischungen auf die ich niemals gekommen wäre.
„Andrej Noah Dupont, meine lieben Besucher. Unser begabtester Schüler. Und wisst ihr was? Er ist Farbenblind!“, hinter seinen Pokergesicht sah man keinerlei Regung, als die Menschenmenge erschrocken die Luft einzog. Man begann zu bieten auf das Bild, 20 Euro, 50 Euro, 200 Euro.
Die Zahlen vermehrten sich in Windeseile auf 4 Stellige zahlen. Andrej selbst hatte noch den Pinsel in der Hand. Als nach 6250€ kein Angebot mehr kam, sah ich wie er zum Terpentin griff.
Er… hatte er etwa vor dieses Bild?!
„6500 EURO!“, schrie ich und hielt schnell seine Hand davor ab das Terpentin über das Bild zu schütten.
Der Mann im Anzug, schon um die 60 gab bei 8000 € schließlich auf. Andrej war stark, ich hatte wirklich Schwierigkeiten, gerade als er mit der anderen Hand das Terpentin nehmen wollte ging ich an sein Ohr: „Ich nehme dir das Bild nicht weg. Versprochen.“, flüsterte ich hinein und nahm ihn das Mittel aus der Hand.
„Können sie mir eine Rechnung geben oder so etwas? Ich hab nur meine Kreditkarte dabei.“, der Direktor strahlte mich an und nickte wild: „So etwas können wir bestimmt auftreiben!“, alle Lehrer nickten und jeder versuchte eine Möglichkeit zu finden wie ich zu einer Rechnung komme.
Meine Hände immer noch an ihm lächelte ich: „Ich heiße Zoé Siera Chirac. ♥“, mein verführerischstes lächeln aufgesetzt und ein zwinkern ließen immer noch keine Regung zeigen. Selbst als ich mich zu ihn beugte damit er eine schöne Aussicht auf meine Brust hat ließen ihn nur auf das Bild oder meine Augen sehen: „Andrej, ja?“, ich glitt mit meinen Fingern zu seinen Hals hinauf bis zum Kinn.
Pah, es gab noch keinen Homosexuellen der nicht zumindest etwas rot wurde wenn ich ihn anmachte.
Ich hob sein Kinn und ging nah mit meinen Lippen an seinen: „Also für 8000 Euro nur damit du das Bild nicht hergeben musst, hab ich wohl etwas verdient.“
Ein Kuss, kurz, knapp, verspielt, anscheinend sogar sein erster denn er tat absolut nichts.
Als ich wieder zurückging zitterte er am ganzen Leib, wirkte durch den Wind, als hätte ich ihn gefoltert. Sein Gesichtsausdruck neutral. Nichtssagend, aber er schlotterte.
Die Menschenmenge flüsterte wild, starrte mich und ihn an, tuschelten über allerlei Dinge die wohl als nächste Schlagzeile in einen Klatschspalten enden könnte.
Der Direktor wedelte wild mit seinen Armen herum um die Aufmerksamkeit wieder zu bekommen: „Andrej, unser talentierter Farbenblinder Künstler,“, wie oft wollte er noch erwähnen das Andrej farbenblind war? Marketing Gag? Schon richtig genervt von dieser Tatsache sprach der Direktor weiter: „Bekam ein Stipendium für die AK-Universität!“
Ein Raunen ging durch die Menge, ignorierend Andrej der nach wie vor unter Schock stand, unmöglich zu malen mit der zitternden Hand.
Ich strich ihn kurz, bekam ein schlechtes Gewissen, hatte noch nie erlebt das sich jemand so sträubte mit einer Frau zusammen zu sein: „Es tut mir Leid, ich tus nie wieder, ja?“, ich ging in die Knie und zog mein Blackberry heraus.
AK-Universität, man kann sich nicht rein-kaufen und die Schule sucht sich seine Schüler selber aus… einzige Möglichkeit ist man kennt wen im Verwaltungsrat.
Mein Papa wird wohl wen kennen, flüsterte ich murmelnd zu mir selbst und saß mich neben Andrej ins Gras, ignorierend die Blicke die alle auf uns warfen.

Wie ich Ceres kennenlernte

Kochen. Etwas das ich kann, aber ich bin einfach scharfes gewöhnt. Das sich da mal Mitesser den Magen auspumpen gehen mussten war nichts neues für mich.
Doch als ich sah das Andrej von diesen… ich weiß nicht einmal was ES war, ein Mädchen? Ein Junge? Wahrscheinlich ein Junge, oder? Aber das Gesicht war irgendwie weiblich.
Ceres, hieß es.
Als ich sah das Andrej von Ceres immer zu Mittag bekam wollte ich unbedingt kochen lernen, zumindest so würzen das Andrej beim essen meiner Mahlzeit nicht im Krankenhaus landete.
Wie ich dieses etwas nicht ausstehen konnte.

An den Schulspinnt angelangt bemerkte ich den Duft von verbrannten.
Erneut.
Ich öffnete den Spinnt, all meine Unterlagen verbrannt.
Nichts neues, eine alltägliche Szene in meinen Leben.
Die Jungs liebten mich, die Mädchen hassten mich. Und sie ließen keine Gelegenheit aus es mich spüren zu lassen… nur heute…
Heute sah ich das sie noch wem hassten.
Ceres wurde in eine Ecke gedrängt, eine Gruppe von Schülerinnen packten ES von hinten und die anderen Schüler ignorierten dieses Szenario.
Und das nur weil die Anführerin eine Tochter vom Verwaltungsmitglied war.
„Wir wollen es nun wissen, ob du ein Junge oder Mädchen bist!“, sie begannen zu kicherten und zogen ES langsam aus.
Die Jacke, den Pullunder, die Krawatte und dann begannen sie auf zuknöpfen das Hemd.
„Was macht ihr da?“, die Hand der Anführerin fest im Griff: „Schöne Fingernägel hast du da.“, ich konnte mich in diesen polierten Acrylnägeln sogar spiegeln.
Ignorierte die Blicke ihrer Lakeien die aufhörten ES auszuziehen: „Danke übrigens das du meinen Spind immer so schön abbrennst…“, mit diesen Satz zeigte ich ihr die Schere die ich bereitgestellt hatte in der anderen Hand, sie zappelte und versuchte ihre Hand aus meinen Griff zu befreien, doch es war unnütz und sie würde sich dabei die Finger selber brechen: „Was hast du vor du Freak?!“, schrie sie fast schon.
„Sag du es mir.“, hauchte ich und legte die Schere so tief es ging beim Nagel an: „Wenn du denkst du kommst nur mit einer Verwarnung davon, hast du dich geirrt.“, ich warf die Schere einen der Schüler vor die Füße und ehe sie sich versah landete mein Knie in ihren Magen.
Noch einmal und ein drittes mal. Dann lies ich ihre Hand los: „Ceres steht unter meinen Schutz, also wenn du Ceres was tust, tust du auch mir was an.“, sie zeigte mir ihren Mittelfinger und schrie durch den ganzen Gang ein: „FUCK YOU!“, bevor sie mit ihren Gehirnlosen Assistentinnen weg rannte.

Keine Ahnung warum ich Ceres geholfen hatte, ich war schon immer so. Nahm die Außenseiter in Schutz und wurde dann selber zum Außenseiter. So war es schon immer, dieses Muster war ich gewöhnt. Und es würde nicht lange dauern und Ceres würde mich auch mobben.
„Danke.“, hauchte ES und begann sich schnell anzuziehen.
Ein gekonnter Blick und ich sah das Band mit der ES sich die Brust abdrückte: „Das war was persönliches, du warst nur der Auslöser.“, Ceres war also eine SIE.

„Ich verrate es niemanden.“, und dann sah ich es.
Ceres lächelte mich an, ein unglaublich süßes und aufrichtiges lächeln, ein strahlen jenseits allen was ich je bekommen hatte.

Unwissend das vor mir nun bald meine beste Freundin stehen würde…
Ich will sie beschützen, ich will das sie mir gehört.
Ceres soll diesen Gigolo von Mike vergessen, dieser Geistig umnachtete Mensch.

Nicht nur unsterblich verliebt, sondern nun auch meine erste Freundin.
Danke… danke… danke an alle Wesen die dafür sorgten das ich diesen Weg ging…

Andrejs Mutter

Wie jede Mittagspause beobachtete ich wie Ceres ihre Lunchboxen verteilte, der Schülersprecherin Elisabeth, diesen Grünhaarigen Markenfanatiker, Andrej und auch… diesen Sonnyboy Michael.
„Ceres?“, immer wenn ich sie Anspreche gibt sie kurze knappe Antworten und rennt weg.
Sie war wohl einer der schnellsten Schüler die mich mieden nachdem ich ihnen geholfen hatten.
Nichts neues.
Sie schreckte aus ihren Gespräch mit den Gigolo auf und starrte mich an als würde ich ein Fleischermesser schwingen: „Du bist doch Präsident des Koch Clubs, ich wollte dich fragen ob du mir helfen kannst zu lernen wie man richtig würzt ♥.“, ich versuchte zu lächeln so gut es ging, denn wenn dir jemand ausweicht und dich auch noch SO ansieht…
„Ehm, ein, andermal, irgendwann, ich muss gehen, Ciao!“, Ceres rannte aus der Klasse regelrecht und ich blickte ihr traurig hinterher.
Dabei schien sie anders zu sein wie die anderen Schülerinnen…
„Sie hat Angst vor Mädchen. Bleib einfach hartnäckig dann gibt sie auf.“, ertönte die Stimme des Schulschwarms.
Ich drehte mich zu ihn und sah ihn lange an, er und sein strahlendes Lächeln das jedes Mädchen auf quietschen ließ: „Ich hasse dich trotzdem.“
„Ich weiß.“, antwortete er niedergeschlagen und widmete sich wieder den grünhaarigen Schüler.

Wochenende, endlich wieder in Kreta, wenn es einen Ort gab der langweiliger war als Kreta, dann die Insel der Schule.
Im Supermarkt betrachtete ich die verschiedenen Kochbücher und griff gleichzeitig mit einer älteren Dame zu einen Buch…
Unwissend wie es passiert ist, hatte sie sich bereit gestellt sich mir würzen beizubringen.
Doch Zuhause angekommen bekam ich fast eine Herzattacke, Andrej lief in Zivil mir entgegen, während die Dame sagte: „Darf ich vorstellen das ist—“
„Andrej!“, entwich es mir, meine Wangen wurden rot und meine Beine waren kurz vorm Nachgeben meines eigenen Gewichts: „Ich gebe mir Mühe! Das es dir schmeckt! Ja?!“, ich strahlte ihn unwissend an und er nickte und ging die Stiegen hoch.
Da oben ist das Zimmer von Andrej, DAS Zimmer von Andrej, aber aus diesen Gedanken wurde ich gerissen als mich seine Mutter umarmte: „Andrej hat eine Freundin! Und auch noch so eine Süße, ich glaubs ja nicht das ihr euch kennt!!“, sie presste mich an ihre Brust und ließ mir kaum Platz fürs Atmen.
Stattdessen ein grausamer Flashback…
Ich fing an zu schreien und stoß seine Mutter weg von mir, hatte Tränen in den Augen und zitterte schwer.
Selbst Andrej der noch die Stiegen hoch ging hatte sich umgedreht.
„E…es tut mir so Leid! Ich… ich mag nur keine Umarmungen…“, zitterte ich, meine Stimme ein Abbild ihrer selbst.
Und erst jetzt wurde ich mir bewusst das ich in einer fremden Wohnung war.
Ich.
In einer fremden Wohnung.
Nicht in meiner Wohnung.
Mir wurde für einen kurzen Augenblick schwindelig und wurde von Andrej der runter ging aufgefangen.
„Hab mich gleich wieder…“, flüsterte ich, lag in Andrejs Armen, doch ich konnte es nicht genießen.
Ich.
Zoé Siera.
Das Mädchen das panische Angst hat vor fremden Wohnungen.
Die wohl einzige Person die Angst hat in Wohnungen anderer Menschen zu sein.

Unfähig irgendwie auf meine Erscheinung zu achten oder was gerade wohl seine Mutter von mir denkt versuchte ich wieder meine Kräfte zu sammeln…

Ich liebe dich.

Zoé Siera Chirac, 18 Jahre alt, geboren in Paris.
Hatte schon immer sich unwohl gefühlt in fremden Wohnungen.
Keine Begründung oder Erlebniss, sie mochte es einfach nicht.
Als anerkannter Fan von Japanischen Video Games, Animes und Mangas, wusste sie das man diesen Modus, in dem sie fällt wenn sie in einer fremden Wohnung ist. OOC nennt.
Englisch für: Out of character.
Aus den selbstsicheren, etwas sexbesessenen Highschooler wurde eine schüchterne leicht erschreckbare Persönlichkeit.

Doch genug von mir, zurück an den Tag als ich bei Andrej Zuhause war.
Wir saßen am Tisch, seine Mutter, wohl genau so eine Mutter wie ich sie immer in den Serien sah oder in Büchern lag.
So stellte ich mir eine Mutter vor. Und sein Vater war ein etwas molliger Herr, durchaus liebenswert und sehr erleichtert da er mich als bestätigung sah das Andrej nicht schwul ist.
Die beiden Elternteile wurden auch nie Müde mir zu sagen das sie das auch nicht schlimm finden würden wenn Andrej schwul wäre, aber sie doch froh sind das er so eine ‘Süße Freundin’ gefunden hatte.
Dann erfuhr ich das Andrej schon immer so war, wie er war, kreativ, geschickt, und eine neue Dimension des ’still seins’.
Ausserdem hatte er einen Bruder, Raoul, er lebt in Japan und ist Professor. Er ist auch ein ziemlich stiller Mensch hat kaum Beziehungen aber durchaus besser wie Andrej.
Doch wie erwartet wurde mein erster Würzversuch eine Katastrophe. Sein Vater der als erstes das Abendessen schöpfte kam seit dem nicht mehr aus den WC heraus.
„Du musst es nicht essen!“, nahm ich schnell Andrejs Hand der den Teller seiner Mutter reichte zum schöpfen. Kein Blick wurde erwidert, er nahm den Teller und aß.
Und aß, und aß, und aß.
Bis der Teller leer war.
Keine Tränen kamen aus der Seite wegen der Schärfe, oder sein Kopf wurde auch nicht hochrot. Und schon garnicht stürmte er ins WC oder kippte.

Er reichte den Teller als er leer war noch einmal um nachzuschöpfen.

Mein Gesicht selbst wurde noch hochrot, seine Mutter starrte Andrej an und strahlte wie tausende von Sonnen: „Das ist das erstemal das du einen Nachschlag willst Andrej.“, strahlte sie und schöpfte reichlich nach.
Er aß es wieder. Bis auf den letzten Bissen.
„Ich mach dann mal das Geschirr, du kannst doch schonmal mit Andrej hoch gehen in sein Zimmer ♥“, verkündete sie und räumte den Tisch in windeseile ab.
„Warten Sie ich helfe mi—-“, sie drückte meine Hand und sah mir bestimmend in die Augen, als wolle sie sagen – Du gehst nun mit Andrej hoch ins Zimmer, und wenn es das letzte ist was du tust! – ließ sie dann los und wuselte schneller wie man schauen kann zum Spülbecken.
„Na… dann…“, sagte ich zögernd und folgte Andrej die Stiegen hoch, zu seinen Zimmer.
Licht ging an, blaue Neonlampen erhellten das Zimmer, die Wände tapeziert mit Zeitungsartikeln, am Fenster war eine selbstgemachtes betriebenes Wasserrad das den Regen von draussen in einen kleinen Minibach weiterleitete der aus leeren Aludosen, PET Flaschen und sonstigen Sachen bestand die ein normaler Mensch wegschmiss.
Selbst das Bett war Selfmade.
Bestand aus einer Matraze, geflickten Stoff und erneut aufeinandergestapelte Metalldosen…

„Andrej?“, hauchte ich das zimmer betrachtend, er selbst am Boden, nähte gerade Plastiksäcken von verschiedenen Supermärkten zusammen.
„Ich liebe dich.“, hauchte ich knallrot und saß mich neben ihn, beine angezogen:
„Ich liebe dich.“ wiederholte ich, es kam keine reaktion, aber es reichte mir in seiner nähe zu hocken und seinen ruhigen Atem zu lauschen, umgeben von Dingen die Andrej erschaffen hatte.
Es war bereits spät in der Nacht als das letzte Stückchen gekonnt an ein Metallgestell geklebt wurde.
„Das ist der schönste Regenschirm den ich je gesehen habe.“, flüsterte ich, bevor ich einschlief, und nicht bemerkte wie mich Andrej auf seine Arme hob und auf sein Bett legte.

Der Kampf um Ceres

Seit diesen Kuss an dem Tag als ich ihn getroffen hatte hab ich ihn nicht mehr berührt. Ich würde so gerne ihn berühren, ihn küssen und umarmen.
Dieses Bedürfniss das ich empfinde ist doch normal, wieso hat er es nur nicht. Das er ein Sonderfall in dieser Welt ist war mir ja schon immer bewusst, aber so?
Natürlich hatte ich es danach mit einfacheren Dingen probiert, umarmen, aber ausserhalb von Händchenheben klappts einfach nicht. Er bekommt Zitteranfälle als würde ich ihn in eine fremed Welt damit reissen.
Nicht die Zitteranfälle die ein Mensch hat wenn er Angst hat, sondern mehr dieses ‘Fear the unknown’.

Inzwischen hatte ich es geschafft das Ceres keine Angst mehr vor hatte. Sie war so unglaublich süß, und es tat mir so weh zu sehen wie dieser Gigolo es einfach nicht merkt wie er sie verletzt.
Vielleicht sollte ich euch heute mal erklären warum ich Michael Aeternum Cypher nicht leiden kann.

Er sieht gut aus, hat eine gewaltige Austrahlung, ist reich und beliebt, er ist zu allen Nett weiss aber wie weit er etwas tolerieren soll und wann er böse werden soll. Er ist der inbegriff eines besten Freundes und eines Geliebten.
Michael ist Badboy mit seinen Narben und zugleich der perfekte Schwiegersohn mit diesen Strahlenden Zahnputzlächeln das frisch aus einer Elmex Werbung stammen könnte.
Die Frauen liegen ihn zu Füßen, die Männer streiten um seine Freundschaft.
Versteht ihr? Er ist von Natur aus dieser Mensch den man einfach mögen muss.
Im gegensatz zu mir.
Ich bin ein Mensch der sich keine Freunde machen kann, ich kann mit Menschen nicht umgehen, es dauert nicht lange und ich verletze sie…
Es ist… eine Mischung aus unendlichen Neid und verachtung.

Verachtung das dieser Mensch noch nie für etwas in seinen Leben kämpfen musste, verachtung das er dadurch nicht zu Wertschätzen weiss was er für ein schönes Leben hat.
Und auch jetzt wird mir wieder bewusst.
Warum mich kein Mensch mag…

Zum Schluss wurde ausgelost von Odin, Ceres, Elisabeth und mir, wer mit wem in den Wohnhäusern lebt.
Elisabeths Stimme, aka Chefin wie sie als Schülersprecherin von allen genannt wurde, quietschte auf und nahm Ceres ihre Hände: „Lass uns zusammen ziehen ja! Egal wer was von uns 4en zieht ~ ♥“
Meine Augenbraue zuckte und ih fing an zu grinsen: „Ihr wollt mich wirklich Odin alleine lassen? So kommen wir beide aber nicht mehr zu lernen, stimmts Odin?“
Odin war wohl einer der wenigen Männer die ich wirklich akzeptierte, aber allgemein mochte ich lieber die schüchternen Jungs…
„Ja! Ich bin auch der Meinung das Ceres zu dir sollte ~ ♥“, er grinste und Ceres mit Elisabeth starrten uns erschrocken an, das Gesicht von Ceres wurde knallrot: „Moment, ich und alleine mit Zoé? Das will ich nicht, sie wird mich den ganzen Tag in Mädchen Kleider stecken und—“
Ein lachen war unmöglich aufzuhalten, wir drei fingen an über Ceres zu lachen und tätschelten jeweils Schulter und Kopf von ihr: „Gut, dann bin ich bei dir Ceres.“, sagte Odin und lächelte uns allen total entwaffnend an.

Und seit diesen Tag teilte ich das Schulwohnhaus mit Elisabeth, und lernte sie kennen, sah hinter der Fassade eines fremden Mädchens das irgendwie immer wieder sorgte das ich vor Eifersucht starb, oder vor Mitleid wenn diese wieder Odin verletzte…
Und ich erfuhr ein Geheimniss, ein Geheimniss warum diese Odins Gefühle niemals erwidern könnte…

Mutterliebe

Dieser Tag hat so wunderbar angefangen, und dann… kam meine Mutter zu besuch.
„Zoé! Sag deinen Vater endlich er soll wieder deinen Bruder zurückholen.“, eröffnete sie das Gespräch bevor ich sie in die Wohnung gelassen hatte.
Dieser Satz fühlte sich an als hätte sie ein Messer in meinen Magen gerammt…
„Oder hebst du ihn immernoch vor was er dir damals angetan hat?!“, und nun zog sie das Messer langsam, sehr langsam hinauf in Richtung Rippen.
Sie schürzte sich die Lippen, wartete nicht das ich sie einlud in meine Wohnung und stoß mich einfach auf die Seite: „Du bist selber Schuld an das was passiert ist, wieso ranntest du auch im Bikini in unseren Haus herrum.“
Da das Messer nicht reichte um mich komplett leiden zu lassen hatte sie in die Wunde nun Salz gestreut: „Aber ich bin ja nicht so, ich verzeihe dir was du meinen Sohnemann angetan hast.“
Korrektur. Es war nicht Salz, es war Benzin mit einen brennenden Streichholz.
Meine Mutter sah mich dabei kein einziges mal an sondern musterte nur mit einen abfälligen Blick meine Einrichtung.
„Was ist DAS?!“, sie hob eine Verpackung eines Schokoriegels hervor der von Elisabeth noch stammte, den Göttern sei dank das sie nicht anwesend war.
„Wundert mich nicht das du das nicht weisst.“, antwortete ich patzig.
In meinen Ohr explodierte etwas, warf mich auf den Boden und ich spürte wie meine Wange brannte, ein gekonnter Schlag meiner Mutter. Der Schmerz trieb mir Tränen in den Augen, während sie in ruhiger Tonlage sagte: „Du weisst doch, Süßes isst man nicht, das ist was für kleine Kinder.“
Ich rappelte mich auf bis ich festen stand für meine Füße hatte: „Du hast mich als ich 7 Jahre alt war schon getadelt wenn ich Kuchen gegessen habe, geschweige denn einen Schokoriegel.“, meine Wörter ignorierte sie gekonnt und drehte ihren Rücken wieder zu mir.
Ich will sie erwürgen, ich will sie erwürgen, ich will sie erwürgen.
„Also ich bin nur hergekommen um dich endlich davon zu überzeugen das dein bruder wieder in die Familie darf. Es ist immerhin 5 Jahre her, und du bist wohl nicht nachtragend.“
Ich ballte meine Faust zuerst, ließ dann aber wieder locker: „ER HAT MICH DREITAGE LANG IN EINER WOHNUNG EINGESPERRT UND VERGEWALTIGT! ER UND SEINE 180 KILO DIE MI—!!“, schrie ich, krächzte ich, meine Stimme überschlug sich fast doch ehe ich den Satz fertig schreien konnte bekam ich den nächsten Schlag der mich zu Boden warf.
„Junge Dame! Hör sofort auf in so einen Ton mit mir zu sprechen!“, da stand sie nun, hoheitsvoll, ihr Gesicht das mehr Schönheitsoperationen überleben musste wie sie wohl Scheisse laberte.
„Für dich gab es immer nur ihn, immer er, nur er, er war dein großer Liebling und ich bin Schuld: DU SPINNST WOHL!“, schrie ich erneut, doch da packte sie mich am Unterarm, ihren langen frischmanikürten Fingernägel gruben sich tief in mein Fleisch: „Red nicht so über mich, und das er so Fett war ist deine Schuld gewesen! Immerhin hatte er nur wegen dir diesen Unfall der seine Nervenenden zerstörte für das Sättigungsgefühl.“, hauchte sie während sie ihr Gesicht nah an meines legte: „Du bist doch die Schlampe die ihren eigenen Bruder verführt hat.“
Ein Schrei entkam mir, ich riss mich aus ihren griff und verlor so einige Hautfetzen unter ihren Fingernägel, sie griff erneut nach mir, kratzte mich dabei an der Hüfte als ich auswich bevor sie mich am anderen Unterarm packte, noch fester wie vorher und mich ohrfeigte.
Einmal. Zweimal.
Dreimal. Viermal.
Das fünfte mal.
In diesen Modus konnte man sie nicht mehr aufhalten.
Doch diesmal schon denn sie erstarrte.
Entdeckte meine Netzpython die sah das sein Herrchen in Gefahr war.
Schlängelte sich um ihre Beine langsam und sie fing an zu kreischen vor Angst.
Benommen von den seelischen Schmerz bemerkte ich garnicht die blutigen Risse in meiner Hüfte und unterarme, und während meine Wangen anschwillten kullerten dicke Tränen darüber die nur die Silhouette meiner Mutter erkennen ließen wie diese aus meiner Wohnung rannte.
„Danke Annún.“, hauchte ich während er sich wieder vorsichtig auf meine Schultern schlängelte um mir trost zu spenden.

Es würde nun mindestens zwei oder drei Monate dauern bis sie wieder dasselbe fragt und tut.



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