Charakter Woche Tatsuhiro

22. April 2010, 02:57
An ihrer Seite

Ich saß mit Ceres zu diesen kalten Wintertag direkt an ihren Lieblings-Kinderspielplatz.
Unsicher saß ich auf der Bank, sie selbst auf meinen Schoß – Begründung: Die Bank ist ihr zu kalt.
„Hiro-san?“, ich riss mich aus meine Gedanken und gab ein fragendes Geräusch von mir: „Du wirkst so nachdenklich.“, gab sie von sich und wir betrachteten den von Raureif überdeckten menschenleeren Spielplatz.
„Naja, um es genau zu sagen, verwundert es mich wie ihr alle so eine Einheit sein könnt, ihr alle liebt den Himmel und den Wind, schmeckt die Freiheit auf eurer Zunge und könnt eure Zukunft selbst entscheiden, ich frage mich was ich in dieser Gruppe wohl für eine Rolle hätte.“, Ceres drehte sich zu mir und kniff mir unsanft in die Wangen: „Hör auf alles so zu sehen als ob es ein PC Spiel wäre, das hier ist die Realität!“, nach langen jammern das es wehtut was sie tut ließ sie los und lehnte sich mit den Rücken gegen mich: „Hiro-san, erzähl mal was von dir, von deiner Familie und so.“
Kurz nickend legte ich meinen Kopf in den Nacken und sah in den von Nebel bedeckten Himmel: „Vor zwei Jahren, starb meine Verlobte Miharu in Tokyo, wir hatten einen schweren Motorradunfall.“, Ceres sog erschrocken die Luft ein ließ mich aber weiter erzählen: „Daraufhin wurde ich auf bitten meiner Mutter nach Griechenland zu meinen Vater geschickt, etwas Abstand von allen zu gewinnen.“, meine Arme wurden von ihr um sich gelegt so das ich sie drückte kurz: „Seit dem lebe ich bei meinen Vater und meinen Halbbruder.“
An meine Brust gelehnt fragte sie mich über meine Familie, ich erzählte ihr von den Arbeitsunfall der meine Mutter hatte und sie somit ihren rechten Arm verlor, erzählte ihr wie mein Vater eine geheime zweitfamilie hat wie er die Zeche meistens prellt und meine Mutter deswegen in einer sehr gefährlichen Gegend wohnt. Erzählte ihr von Matthew, meinen Halbbruder der ein Arschloch auf zwei Beinen ist.
„Hiro-san, du machst verbotene Sachen neben deinen Studium oder?“, hauchte sie und drehte sich auf meinen Schoß so das sie ihren Kopf in meinen Hals vergrub: „Mitleid brauch ich keines, ich bin selber Schuld an dem Chaos das ich angerichtet habe, und dieses lebenslängliche Urteil zu dienen hab ich dadurch verdient.“
Sie drückte ihre Hände fest in meine Oberarme: „Aber das schöne, an der Gnade ist doch, das sie nicht nach Gerechtigkeit geht, ja?“
Ich sah sie erschrocken an, drückte sie dann etwas fester an mich und grinste kurz: „Da hast du Recht.“
Das schöne an der Gnade ist… das sie nicht nach Gerechtigkeit geht…
„Du musst nichts tun, ausser an meiner Seite zu bleiben, hör auf zu denken Tatsuhiro, wirklich, das einzige was du zutun hast ist mir zu vertrauen, um den Rest kümmere ich mich!“, sie drückte sich fester an mich, und während die ersten dicken Schneeflocken in diesen dichten Nebel auf uns herabrieselten wusste ich einfach nicht, ob das nun Mitleid war von Ceres, oder Worte die von einer Person gesprochen werden die meiner Miharu so ähnlich ist…

Bevor ich nach Kreta kam

Die meisten Ausländer die an Japan denken, denken an das Sushi, an die Filme oder Technik die hier produziert wird, aber nie verschwendet jemand einen Gedanken an die dunklen Seiten.
Wenn ich so zurückblicke, erscheint mir das hier in Griechenland passiert unwirklicher als dass da unten.
Dort wo ich lebte, wusste ich nie ob es noch zu Tokyo gehört oder nicht, mit den Zug brauchst du ewig und es ist wirklich ganz am Rand gelegen.
Lief man von aussen vorbei war es kaum zu unterscheiden von den anderen Gegenden die für die Unterschicht gedacht war.
Dort wo ich mit meiner Mutter alleine lebe, gelten keine Gesetze. Es sind 3 Wohnblöcke, eng aneinder gepfercht, alleine sein ist ein Ding der unmöglichkeit, die Wände sind so dünn das du alles mitbekommst was deine Nachbarn machen.
Auf der einen Seite ist es furchtbar anstrengend wenn man dich darauf ansprichst das du dir diese Nacht selbst nachhelfen musstest. Auf der anderen Seite sind wir desshalb wie eine große Familie. Der Vermieter Shimaki-san, war ein verrückter alter Mann.
Sehr beharrt, sein enges Ärmelfreies dreckgelbes Shirt konnte seinen Bierbauch kaum überdecken, selbst hatte er immer eine Zigarre im Mund und eine Schrottflinte.
Wenn man in Japan drogen will, hat man es unwillkürlich und sofort mit der Yakuza zutun, aus diesen Grund wird jeder der nur dabei erwischt wird an Drogen zu denken aus der Wohnung geschmissen.
Ich bezweifle es ernsthaft das er nicht mitbekommen hat wie ich nach Miharus Tod den Drogen und den Suff verfallen bin.
Aber meine Mutter, Misaki, war ein herzensguter Mensch, sie wird von allen geliebt und ist das Nesthäckchen der Gegend, wer ihr was antut, erklärt drei Wohnblöcken mit den verrücktesten Menschen den Krieg.
Und obwohl es so war, gab es für mich keinen größeren Traum als mit ihr von dieser Gegend zu verschwinden.
Wenn ich nicht in der Universität war, saß ich am Computer und erledigte Hackeraufträge für kleinkriminelle. Nichts großes, meistens nur irgendwelche Rachsüchtigen die einen anderen was auswischen wollten.
Accounts hacken, den Computer lahmlegen, kleinzeug für das ich nicht schlecht verdiente.
Doch für jemanden der Unigebühren bezahlen, seine Sucht befriedigen, für das Essen auf den Tisch sorgen musste und noch genug Geld sparen wollte um seine eigene Mutter in eine bessere Gegend zu bringen.
War es einfach zu wenig.
Am Vormittag war ich Takimoto, der Student, der Rowdy der bei der kleinsten Schulprügelei dabei war, am Nachmittag war ich der liebende Sohn Tatsuhiro der seiner Mutter essen kocht und sich um den Haushalt kümmert, am Abend war ich der Host der auf den Namen ‘Hiro’ hörte und seinen Körper an Frauen verkaufte – schneller wie die anderen Hosts und in der Nacht ein kleiner Hacker der auf den Namen M0t1-san reagierte.
Wer von diesen Rollen war ich nun? Vier Rollen in einen einzigen Leben zu spielen.
Schlaf holte ich mir in den Nächten in der niemand was von mir wollte, oder in der Mittagspause in der Uni.
Und dennoch, es half nichts, es half einfach nichts.
Wieder wurde meine Zimmertüre aufgerissen, Shimaki-san mit seiner Schrottflinte, die auf mich gerichtet war: „Ta-kun! Ich hab jemand neues gehört, wer ist hier?“, ein Selbstgespräch, ich führte nichts weiter als ein kleines Selbstgespräch, laut genug für diesen Block aus Pappe.
Er würde kein Erdbeben standhalten.
Mit der Hand wedelnd und am Computer sitzend zog er wieder von dannen, kurze Zeit darauf spürte ich die Hand meiner Mutter auf meinen Schultern: „Ich hab es mit deinen Vater geklärt, du kannst nun nach Kreta, ist das nicht toll?“
Sie lächelte ihr liebes lächeln, strich über meine tiefen Augenringe und umarmte mich fest, man würde es glatt kaumen wie gut sie einen mit nur einen einzigen Arm an sich drücken konnte.
Und obwohl ich die Tränen von ihr spürte die von ihren Wangen auf meinen Kopf fielen, nickte ich leise und legte auch meine Arme um sie.
Nie werde ich es schaffen mich zu lösen, von diesen Leben das Miharu zurück gelassen hat.
Nicht so, und solange ich diesen Schritt nicht geschafft habe, würde meine Mutter egal wo wir uns befanden, stets mich erneut erinnern wie sehr ich versagte in diesen Spiel das man leben nennt.

Der Tag an dem sich alles änderte

Am Flughafen abgeholt, stand mein Vater, der Mann der eine geheime zweitfamilie hatte, und daneben stand auch das Ergebniss davon, mein 17-jähriger Halbbruder Matthew.
Blonde Haare, Blaue Augen, und ein Arschloch wie es im Buche steht. Bekommt an jeden Finger ein Mädchen behandelt diese aber wie Dreck.
Früher als ich noch zu meinen Vater musste, da er sonst nichts zahlen musste, war jede Sekunde die ich auf Matthew aufpassen musste eine Strafe.
Kein einziges Wort wurde gesprochen während der Fahrt, naja wahrscheinlich deswegen weil Matthew über mich herzog: „Was ist denn das für eine hässliche Brille die du anhast? Und mensch schonmal was von Friseur gehört? Tolle Erfindung, ich werde dich absofort ‘hässliche Brillenschlange’ nennen. Ach das dauert mir zulange, Tatsuhiro reicht vollkommen.“
Die ganzen 40 Minuten fahrt quasselte er und quasselte er und quasselte er.

Zuhause war ein riesen Chaos, seine Frau empfing mich herzlich, anscheinend hatte mein Vater händchen dafür nette, kluge und hübsche Frauen zu finden. Jenseits das was er selber ist. Seine zurückgegeelten dreckbraunen Haaren, dieser hässliche Vollbart und seine Augen die auf mich herabsahen als wäre ICH der Bastard hier.
„Mach dich nützlich wenn du hier bist und hilf im Haushalt.“, seine ersten Worte, vor den Hallo oder sonstiges. Die Frau setzte was zu sagen an, aber wurde mit einen Blick abgewürgt und so schwieg sie: „Ich habs vernommen.“, Matthew lachte auf einmal: „Heisst das er muss meinen Dreck wegräumen den ich mache?“, er trampelte mit den dreckigen Schuhen auf den Boden lachend, zog sich aus bis auf die Boxershorts und warf sie in alle Himmelsrichtungen.
„MATTHEW!“, rief seine Mutter zornig und wollte ihn Ohrfeigen aber mein Vater kam ihn zuvor: „Halt die Klappe Matt.“, es dauerte einige Sekunden, dann sah er mich wieder an: „Das heisst ich muss deiner Mutter keinen Unterhalt zahlen solange du hier bist.“
Unterhalt zahlen…unterhalt zahlen: „Das letzte mal als du Unterhalt bezahlt hast war vor 8 Jahren.“, zischte ich zwischen zusammen gepressten Zähnen hervor.
„Werd nicht frech, wenn es dir so wichtig ist werde ich weiter zahlen, als gegenleistung für deine Arbeit hier und nun fang schonmal an den Dreck wegzuräumen.“, er deutete auf den eben gemachten Dreck von Matthew und das was so schon da war, wieder wollte seine Frau was sagen aber sein Blick war wohl das einzige Kommunikationsmittel zwischen den beiden.
„Und was ist wenn ich es nicht tue?“, ich ballte meine Hände zu Fäuste, erst geht er meiner Mutter fremd als ich 3 Jahre alt war, taucht mit einen fremden Balg auf als ich 5 Jahre alt war und dann tat er all die Zeit so als wäre meine Mutter die Schuldige.
Und nun, dachte er, er könne einfach mich…
„Ich kann mein Angebot wieder zurück nehmen.“, wieder emotionslos, Matthew erfreute sich an die Stimmung der beiden, er sah in mir schon immer Konkurrenz für ‘Papas Lieblings’ und nie als einen Bruder, dann kicherte er los: „Wieso geht denn deine Mom nicht arbeiten, nur weil sie einen Arm hat bekommt sie noch lange kein Mitleid, selber schuld wenn sie so faul ist.“
Ehe mein Gehirn irgendeine reaktion auf diesen Satz verarbeiten konnte, war meine Faust schon lange gegen seine Nase geprallt: „HALT DIE KLAPPE DU VERFLUCHTES ARSCHLOCH!“, ich trat in seinen Magen als die Faust meines Vaters mich traf: „SPINNST DU?! NUN HAST DU ES DIR VERSAUT MEIN LIEBER! DU BIST EBEN DOCH NICHTS WEITER ALS EIN SCHWARZES SCHAF!“, schrie er lauthals doch ich sprang auf ihn und schlug ihn ins Gesicht, immer und immer wieder: „DU HAST KEINE AHNUNG WAS WIR DURCHMACHEN MUSSTEN WEGEN DIR! DU HAST KEINE AHNUNG WIE SEHR DICH MISAKI GELIEBT HAT! UND WENN HIER WER EIN SCHWARZES SCHAF IST DANN WOHL MATTHEW! UND JETZT SEHEN WIR UNS DAS ERSTEMAL NACH ACHT JAHREN UND DEINE ERSTEN WORTE SIND ICH SOLL MICH NÜTZLICH MACHEN??“, ich schrie, ich wusste nicht was ich schrie, aber es übertönte seine schmerzensschreie und die schreie seiner Frau während ich auf ihn einprügelte.
„IN UNSERER WOHNUNG LEBEN RATTEN! IN UNSERER GEGEND TRAUEN SICH NICHT EINMAL POLIZISTEN!! BEVOR ICH ALT GENUG WAR FÜR EINEN JOB MUSSTE MAMA MEHRERE JOBS MACHEN!! UND DORT VERLOR SIE DANN IHREN RECHTEN ARM!! DU BIST ALLES SCHULD! DU ALLEINE!! DU SCHWEIN!! DU VERDAMMTES SCHWEIN!!“
Tränen flossen keine, obwohl sie immer zu kamen schienen wenn ich mir vorstellte was für Reden ich ihm an den Kopf warf.
Ich hatte nicht vor aufzuhören, ich wollte nicht aufhören, niemals, jeder Schlag fühlte sich an wie eine Befreiung, aber als Matthew mir etwas über meinen Kopf schlug wurde alles schwarz.
Das letzte was ich vernahm war das Sirenen von der Polizei

Das Glück küsst auch die Armen

Ewig saß ich bei der Polizei, ohne jemand der verständniss auch nur heuchelte für meine Tat, nicht das sie meinen Vater auch unterstützten, aber…
Dann kam er, der Chef persönlich. Eine durchaus stattliche Erscheinung wenn er sich rasieren würde, groß, riesengroß, mit seinen Zahnstocher im Mund.
Immer hatte er… diesen Zahnstocher im Mund musste ich feststellen.
Und betete jedesmal inbrünstig das es nicht DERSELBE Zahnstocher wie beim letztenmal war.
„Ich hab mich bei meinen Kollegen in Tokyo erkundigt, du bist öfters bei ihnen wegen Prostitution und Schlägereien in der Universität. Wie kann ein Student so derart absinken?“, waren seine Worte, damals kamen sie mir wie Gift und Galle vor, aber später durfte ich die Liebe bemerken mit der sie ausgesprochen wurden. Die liebe zu seiner Arbeit und dem was sie repräsentiert.
Er hörte mir meine Geschichte an, von Anfang bis Ende, es dauerte seite Zeit aber dann schwiegen wir beide.
Nach guten 20 Minuten nahm er den Zahnstocher aus den Mund, legte sich seine Jacke um die er davor um die Schultern hatte und sah mich an: „Schoneinmal wer beschützt, Tatsuhiro?“, ich sah auf und nahm den Eiswürfelsack vom Hinterkopf den ich davor daraufgehalten hatte: „Wie meinen?“
Er sah kurz verwundert auf: „Ich bin selber Vater, und ich helfe dir wegzukommen. Ich kenne jemand in dessen WG du Mietfrei wohnen kannst. Aber als Gegenleistung sollst du auf meine Tochter aufpassen. Nichts im Leben umsonst, aber das weisst du ja.“
Ungläubig sah ich ihn an: „Ihre Tochter? Für was braucht sie einen Bodyguard?“, er lachte und steckte erneut seinen Zahnstocher in den Mund bevor er zu antworten begann: „Ehrlich gesagt, kann ich durch meine Arbeit nur alle zwei Wochenenden nach Hause. Sie hat zwar Freunde und kann super kochen, aber ich wäre trotzdem erleichtert wenn in dieser Zeit jemand auf sie aufpassen würde der Verantwortung hat.“
Ich raufte mir die Haare, irritierend was gerade vor sich ging.
Musste ich, damit ‘das Glück’ wieder meinen Namen kennt, einfach nur meinen Vater und Matthew verprügelten?

Und tatsächlich, der Polizeipräsident hatte Wort gehalten, nur das mit seiner Tochter warf alles geplante über den haufen.

Zum dritten Mal rannte ich durch das Café.
Wo war seine Tochter? Er meinte sie würde MICH erkennen.
Aber…
Schließlich tippte ich einen Schuljungen auf die Schulter: „War hier ein Mädchen das auf wem zu warten schien?“, er sah mich lange an dann grinste er schelmisch: „Ceres Ira Minerva?“, stützte seinen Kopf an der rechten Hand ab und lachte schließlich.
„Du… bist Ceres? Ich hätte schwören können er hatte was von Tochter gesagt nicht Androgynen Jungen.“, das lachen wurde zu einen kurzen kichern und dann legte er sein Kinn auf beide Händen: „Ich bin schon ein Mädchen, ich gebe mich nur als Junge aus.“, kurzes Nicken dann saß ich mich gegenüber von ihr hin.
„Mein Dad hat mir alles erzählt, naja, nur das du mein Bodyguard bist, natürlich wird mehr dahinter stecken, aber ich bezweifle mal das er seiner Tochter einen Vergewaltiger oder Massenmörder an den Hals hetzt so…“, sie streckte ihre Hand aus und lächelte: „Dann bin ich wohl sowas wie dein Boss. ♥“
Ich nehm ihre Hand zögernd, und aus diesen noch etwas gestellten Lächeln wurde plözlich ein richtiges als sich unsere Hände trafen: „Ich mag Menschen mit starken Händedruck ♥, daran erkennst du das potenzial.“
Ein offensichtliches zusammenzucken von mir lies sich fragend schauen: „Du… hast nur dasselbe gerade gesagt… wie eine…“
Freundin… Verlobte… Lebenssinn?
Sie legte ihren Finger auf meine Lippen und hatte immernoch dieses lächeln auf: „Du musst mir nicht alles erzählen heute, aber nach und nach werde ich dich mit Fragen belästigen.“
Verlegen drehte ich mein Gesicht zur seite: „Du bist viel zu Naiv und vertrauenseelig. Kein Wunder das dein Vater…“
„Dafür bist du ja jetzt da!“, lachte sie und begann ihren Kakao mit Schlagsahne zu trinken.
„Du… hast da was.“, nahm mit meinen Ringfinger die Sahne von ihrer Nase, dabei schielte sie kurz und mein Herz reagierte das erstemal seit einen Jahr wieder auf einen anderen Menschen.

Der Superkoch

Mein Kopf tat mir weh, an den Wochenenden in den Ceres ihr Vater nich da war, sie aber von der Privatschule kam wohnte ich in ihren Elternhaus.
Kaum geschlafen also, da Ceres an diesen Wochenenden dann immer bis früh am Morgen ihre Ego-Shooter spielen wollte.
„Ceres?“, blickte mich kurz um in diesen wunderschönen hellen Haus.
So riesengroß.
Es schepperte in der Küche und ich sah wie Ceres vom Herd zum Kühlschrank rannte, zurück zum Tisch, dort kaum geschnitten zurück in die Pfanne.
Essen für eine großfamilie wurde gekocht.
War das Ceres ihre Art alles zu verkraften?
Sie hatte ihren Vater so lieb, und auch ihr Vater hatte sie lieb, es war nicht so das er ein schlechter Vater war, in der Zeit wo er da war machte er fast alles immer richtig… Aber…
Ich packte sie an der Schulter und zerrte sie weg: „Also wirklich was machst du mit den Fleisch?“, sie zog einen Schmollmund und wedelte mit einen Kochlöffel: „Bis jetzt hat sich noch niemand beschwehrt das mein Essen schlecht schmeckt! Eher das Gegenteil!“, ich wuschelte ihre Haare hin und her und krempelte die Ärmel hoch: „Lass mich das machen…“

Tatsächlich kamen am Nachmittag all ihre Freunde, selbst dieser schweigende, farbenblinde Künstler – Hab den Namen vergessen – wurde von Mike mitgeschleift.
„Ich freue mich schon auf dein Essen Ceres.“, verkündete Odin und streichelte sich über den Bauch: „Auch wenn ich danach immer um meine Figur fürchte.“
Sie lachten alle und begannen scherze darüber zu machen wie sie Odin bald rollen müssten während Ceres und ich das Essen dass ich letzten Endes fast alleine gemacht hatte zu servieren begannen: „Ja, Ceres, du kannst wirklich gut kochen, ich bin froh das du doch Koch werden willst und kein Polizist.“, lächelte Lisa Ceres an die sich nun auch hinsetzte und ich den Rest auf den Tisch noch stellte.
Haare zurückgebunden und mit Schürze brachte ich letzten Endes den Nachtisch.
Da lagen sie, vollgefressen, selbst Zoé musste ihre Hüfthosen öffnen und Andrej war der einzige neben Ceres der ganz zufrieden mit sich und seiner Welt aussah.
„So und wie fandet ihr das Essen?“, strahlte Ceres die gesammte Meute an.
Und da kamen sie, die Lobeshymnen:
„Dein bestes Essen bisher!“
„Das hast du wirklich toll gemacht! ♥“
„Ceres du bist so gut geworden in so kurzer Zeit.“

Sie rückte vom Stuhl und nahm plötzlich meinen Unterarm in ihre Arme: „Das hat alles Tatsuhiro hier gekocht ♥ ist er nicht SU-PER, ich werde bei ihn jetzt in die Lehre gehen.“, ich hatte dem letzte Teil weder zugestimmt noch wusste ich was davon, etwas verlegen von den Blicken der anderen die mich nun fixierten rissen sie sich regelrecht aus den Stühlen und umzingelten mich.
Woher ich so gut kochen kann, ob ich das Beruf will, Fernsehkoch, in Wettshows, Restaurantkritiker…
Am Ende klatschten alle und Ceres drückte sich fester an meinen Arm mit ihren Lächeln: „Und das beste ist, als mein Bodyguard darf er nicht von meiner Seite weichen ~“

Ich darf nicht von ihrer Seite weichen..?
Und wieder bemerkte ich, wie langsam die unendliche Liebe zu Miharu nicht mehr schmerzte und abgelöst wurde durch ein tiefes inneres Verständniss für Ceres…

2 Glücks und ein Todesfall

„Das ist die Wahrheit?“, hauchte Zoé verständnisslos, ich selbst, betrunken genug um ihr meine Geschichte von Anfang an zu erzählen.
Die Zeit als ich noch zu klein war um zu verstehen wieso Mama von Vater abgehauen ist, die Zeit als ich alleine Zuhause war schon von Klein auf, wie ich mit ihr gestritten hatte weil sie von ihm weg ist.
Die Nächte in der ich sie sah wie sie heimlich vor Liebeskummer weinte.
Wie sie mich damals einmal erwischt hatte wie ich ihr zusah beim weinen, meine versuche sie zu trösten.
Als sie kurz darauf ihren Arm verlor, und alles schlimmer wurde.
Meine Gedanken, das ich schuld bin an allem.
Wenn Mutter nicht schwanger wäre gewesen zu mir, dann wäre sie nie, sie hätte nie.
Die Gedanken mit dem ich mich jede Nacht in den Schlaf geweint hatte, bis ich endlich verstand das an allem nur mein Vater schuld war.
Betrunken genug, um diese Geschichte zu erzählen, ohne eine einzige Träne zu vergießen.
Sechs Monate sind nun vergangen seit ich dies gemacht hatte, hielt es für einen traum, denn Zoé behandelte mich wie immer – ganz normal und erwähnte auch nichts dergleichen.
Doch ich durfte erfahren das dies nur ihre Art war, mich zu unterstützen: „Ich hab alles geregelt.“, verkündete sie die Botschaft während wir bei den Familienhaus von Ceres waren, im großen strahlendweissen Wohnzimmer.
„Wie darf ich das verstehen?“, noch beschäftigt mit Ceres ihrer Jeans die zu flicken war, nur Gott weiss wie sie die so zum zereissen bringen konnte.
Aber es war ihre Lieblingshose also flickte ich sie.
„Du kannst im selben Hotel wohnen wo ich wohne mit deiner Mutter.“, recht emotionslos als sie mir zusah wie ich mir vor Schock mit der Nähnadel in den Finger stoch: „Du wohnst direkt unter Lukretia dann, meiner Haushältin, sie wird euch auch helfen wenn ihr Probleme habt, natürlich nur solange bis ihr selber auf eigenen Beinen steht.“
Ich sah sie an als hätte sie einen schlechten Witz gemacht, sie verschränkte die Beine und Arme und lehnte sich dabei zurück: „Flugkarte für ihr ist auch schon reserviert, das einzige was du tun musst sie zu überzeugen hierher zu kommen.“
Nach diesen Satz warf Ceres Jeans zu Boden und sah Zoé zornig an: „ICH BRAUCHE KEIN MITLEID! ICH SCHAFF DAS AUCH ALLEINE! FÜR WAS HÄLTST DU DICH IN DAS LEBEN ANDERER EINZUMISCHEN?!“, sie sah mich lange an, ihr sonst so kühler Blick wurde etwas traurig: „Was letzten Endes zählt Tatsuhiro, ist das Ergebniss, deine Mutter wäre in sicherheit, und du müsstest nicht mehr in der Zeit wo Ceres in Schulwohnung ist zur prostitution gehen.“
Die Kaputze runtergezogen bis zu der Nase grummelte ich daher, doch Zoé schwingte sich gekonnt aus den Sessel und zog mir meine Kaputze runter: „Wenn es aber dir soviel dran liegt deinen Körper zu verkaufen, dann kannst du ja einmal in der Woche Sex mit mir haben, als… sagen wir als Miete.“, sie lachte so das ich nicht wusste ob das ernst gemeint war oder nicht.
Aber mein Zorn verflog sich, Zoé war ein Mädchen mit dem ich mich auf anhieb verstand, wir hatten dieselben Ansichten der Welt, der Menschen des Lebens und wir konnten beide Mike auf den Tod nicht ausstehen.
„Danke.“, flüsterte ich schließlich und sie strich mir durch die Haare: „Und hör auf diese Kaputze im höchsten Sommer anzuhaben, so bekommst du Läuse und verlierst deine dichten schwarze Haare.“, sie verzog das Gesicht passend dazu und tat so als würde die Kaputze stinken: „Hey moment, die riecht ja garnicht…“, sie lachte und zog sie sich nun selber an.
„Lass das!“, zischte ich und sie sprang gekonnt ein paar Schritte zurück: „Hol sie doooch~“
So begann eine Hetzjagd bis ich bemerkte das sie am Stolpern war: „PASS AUF!“, schrie ich, warf mich hin so das sie auf mir lag: „Gott, bist du kindisch.“, sie sah mich lange an mit der Kaputze und grinste schelmisch: „Also sag deiner Mutter bescheid, davor gebe ich die Kaputze nicht her und mache weiter so kindisches Zeug.“
Ich rappelte mich genervt hoch, mit ihr auf den Schoß und zog mein Handy aus der Hosentasche: „Jaja.“
Ein Anruf, eine Stimme, es war jemand Fremdes, er klang bestürtzt und atmete etwas schwer: „Hallo? Mit wem spreche ich“, er keuchte regelrecht in das Handy meiner Mutter: „Takimoto, kann ich bitte meine Mam sprechen?“, ich wartete noch kurz, hörte wie sie anfingen zu tuscheln, schließlich krampfte ich mich in mein Handy: „Was ist passiert?“, lange war es still, dann antwortete der Fremde: „Ein Erdbeben ließ das gesammte einstürzen, deine Mutter… sie ist tot…“
Das war der Tag, an dem die Erde aufhörte sich zu drehen.



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