Charakter Woche: Michael

22. April 2010, 02:52
Die Wahrheit über das Weihnachtsfest

Es war kurz bevor das Weihnachtsfest an der Schule losging, ich hatte mein Kostüm bereitgestellt.
Nichts großes, oder gar aufwendiges, schlichtweg eine Sergant Uniform die ich extra von Ceres ihren Dad ausgeliehen hatte. Denn wir waren gut gleichgroß.
Da ich mit Andrej das Wohnhaus auf der Insel teilte war es immer sehr ruhig, jedes Geräusch wirkte fast schon störend.
„Michael?“, ertönte Andrej seine Stimme, leise, durch die 3 Jahre in der wir schon das Wohnhaus teilten konnte ich heraus hören wann er unsicher war und wann nicht.
Ich blickte ihn fragend an und begann mein Oberteil auszuziehen, wenn ich nicht bald anfange mich zu richten würde ich von Odin eine Predigt bekommen.
„Erén sagte ich sollte dir das geben.“, er reichte mir ein Karton und blieb neben mir stehen.
Andrej war dieser Typ Mensch, solange du nicht sagst das es dir nicht passt was er macht, macht er es auch, und wenn du ihn nicht sagst das er rausgehen soll aus den Zimmer, dann bleibt er im Zimmer.
„WAS ZU—-“, entfuhr es mir und ich starrte das Ikarus Kostüm an in der Box, Andrej betatschte neugierig die falschen Flügeln, ich drehte mich zu ihn und packte ihn an der Schulter: „Hat er noch etwas gesagt?“
Sein öffnete sich als wolle er etwas sagen, dann sah er wieder zum Kostüm: „Ein Brief.“, er deutete zu ein zusammen gefaltetes Stückpapier, das sooft in sich selbst gefaltet wurde bis es schlichtweg nicht mehr klappte. Verheddert in den Flügeln so das ich es auf den ersten Blick nicht sah.
Ich ließ seine Schultern los und faltete das Stück Papier auseinander, ich schluckte laut, versuchte ein zittern zu unterdrücken.
„Na dann… sieht so aus als müsste ich doch ein anderes Kostüm anziehen…“, mein Herz raste und ich war mir nicht sicher ob – wenn Ceres das sehen sollte – er mir jemals wieder vergeben werden würde.
Aber… ich musste.

Odins Gesicht als er vor der Türe stand um mich abzuholen wäre echt lustig gewesen, wenn es nicht gleichzeitig so furchtbar tragisch gewesen wäre.
Reflektartig schlug er zu Boden, sah selbst erschrocken seine Faust an und drehte sich dann um, Wortlos, keine Rede, und doch.
Dieses Schweigen sprach tausend Bände. Und auch als Ceres kam hatte ich keine Zeit zu sehen was dieser für ein Kostüm trug da erst der heisse Punsch in meinen Gesicht landete von Zoé bevor Ceres mir genau wie Odin eine mit der Faust verpasste bevor dieser wegrannte.
Odin: „Das hast du verdient…“, hauchte er und ging in die Sporthalle.
Ich hatte keine Lust mehr zu gehen, aber, ich war gezwungen worden, hinter mir ertönte lachen und dann wurde meine Schulter getätschelt: „Du hast es echt getan…“, lächelte mich Erén an.
Nun traf meine Faust die von Erén, aber dieser bewegte sich nicht wirklich, nur sein Gesicht drehte sich etwas und das war es auch schon.
Als hätte ich leicht geohrfeigt aber nicht mehr.
„Versprochen ist versprochen, ich sorg dafür das Zooé seine Kräfte behalten kann, wäre doch langweilig wenn nur du wieder ’switchen’ kannst, hab ich recht?“, hinter Erén stand Thisseas, der wo eigentlich immer am meisten amüsiert war über meine Fehltritte schien eher genervt zu sein: „Die Idee fand ich gut, aber wieso musste Ceres mitleiden?“, sprach dieser während er an einen Baum lehnte und sich genervt seine Stirnfranzen zurückstrich.
„Naja, Ceres hasst ihn bestimmt dafür, aber dafür hat ja Ceres nun weiterhin Zooé, immerhin sind die beiden soooo verliebt, stimmts Mike? Und du würdest ALLES tun für deinen Kindheitsfreund…“
Thisseas packte Erén am Kragen und schleifte ihn weg, murmelte etwas in einer fremden Sprache und ließen mich so stehen.
Neben einen anderen Baum stand Andrej, wie lange er wohl schon zugehört hatte?
Er ging zu mir und zeigte zum Sportsaal: „Ich hole mein Sketchbuch.“, was er eigentlich sagte war; ‘Ich hole mein Sketchbuch, warte auf mich dann gehen wir gemeinsam nach Hause’.
Ich nickte und saß mich auf einer Mauer hin, betrachtete das Fest von draussen als Tatsuhiro mir entgegen kam. Obwohl er am verlaufe des Abends von Odin k.O geschlagen wurde, konnte ich ihm seinen abwertenden Blick nicht verzeihen.
Auch wenn alle Recht hatten…

Wahre Gefühle

Es ist mir nicht möglich, mich an einen Tag zu erinnern, an dem mir Ceres nicht beistand.
Nach dem fehlschlag bei der Klippe, kam Ceres jeden Tag, von früh bis spät, lernte mir die Dinge die in der Schule kamen, unterstützten mich bei meinen schmerzhaften Gehversuche. Fuhr mein Rollstuhl hinten.
Und als ich entlassen wurde, kam er mir entgegen, in Mädchen Kleidung, mein Atem blieb stehen und ich fühlte mich so jämmerlich.
Ceres war ein Mädchen, und ich hatte es nicht bemerkt.
Was soll ich tun? Was soll ich sagen? Wie wird sie mir das jemals verzeihen?
All diese fragen kamen in meinen Kopf, ich war nur 13 Jahre alt, dennoch, ich schäme mich bis heute noch das ich nichts weiteres tun konnte bis auf: „Ceres, stehst du auf Crossdress?“
So zutun als würde ich es nicht bemerken. Feigling. Idiot. Du hast Ceres nicht verdient, rief Umbra aus den tiefsten Ecken hervor. Teilweiße verdrängte ich es mein bester Freund eine beste Freundin war. Und ich wirklich hin und wieder dachte sie ist ein Junge.
Wenige Monate danach, fand ich ihr Lieblingscomic: ‘Love police’ heisst es, und ich fand es schon immer süß das sie an diese ganzen Helden glaubte die auf ein Stück Papier gemalt worden sind.
Und eines Tages, war sie sehr traurig, es war kurz bevor in die AK eingeladen wurde. Während ich ihr immer alles erzählte, war sie dagegen schon immer eine Pandora Büchse.
Klar, ich wusste 7 Jahre nicht das sie ein Mädchen ist aber…
Ich wollte herrausfinden was sie bedrückt, also entschloss ich kurzerhand mich ais die Männliche Rolle zu verkleiden, ich kannte Ceres gutgenug um zu wissen das sie es glauben würde.
Gut genug, um… mit ihr zu spielen? Abartig, Abschaum, was bin ich doch für ein abstoßender Mensch…
Und als ich in ihren Zimmer mitten in der Nacht stand, hatte sie es mir erwartet geglaubt, ihre großen Augen sahen mich erst ungläubig dann begeistert an: „Ich glaub es nicht! Du bist es!“, im Dunklen konnte sie nur die Silhuette meiner erkennen, meine Narben waren abgedeckt und selbst der Wind setzte eine passende Stimmung zu der Situation.
„Ich hab wichtige Fragen, erlaube mir bitte nur fünf Fragen bevor du verschwindest.“, sie öffnete ein Bauch, in deren vielen Seiten ein tiefes Loch geschnitten wurden, in diesen loch befanden sich einige Briefe, einen davon zog sie raus und verstaute das Buch wieder im Regal: „Also,“,eröffnete Ceres, ihre Augen glänzten und meine Brust schmerzte, sie schmerzte so sehr das ich vergaß warum ich eigentlich das alles tat.
Um rauszufinden warum sie so traurig ist, aber, Umbras Stimme schrie, hämmerte, immer lauter immer schneller. Mein Herzschlag passte sich seinen Gebrüll in meinen Kopf so das ich den großen Vorhang hinter mir runter rieß und auf Ceres warf. Als diese den Vorhang erschrocken von sich nahm war ich schon aus den Fenster gesprungen.
Nichts alltägliches. Ich verschwand beinahe täglich von Zuhause und kletterte hoch zu ihren Balkon um bei ihr zu schlafen, ich wusste wie ich springen und mich abrollen musste so das ich maximal nur ein paar Schürfwunden bekam.
Verlierer, Idiot, Lügner du bist abscheulich, niederträchtig, unsympathisch, verwerflich, ekelerregend, widerwärtig, unerträglich, abstoßend, ekelhaft, brüllte Umbra.
Vor lauter Geschrei meines zweiten Ichs bekam ich nicht mit wie Ceres inzwischen ebenfalls vom Balkon gesprungen war und mich von hinten spontan umarmte: „Lauf nicht weg, ich muss es wissen, bitte bitte.“
Das Meer vor uns rauschte auf einmal ganz leise, der Wind schüttelte die Äste und ich meinte zu vernehmen wie sich mein Herzschlag den von Ceres anpasste: „Die erste Frage wäre, ob ich meinen ersten Kuss wirklich verlieren werde von jemanden der denkt ich sei ein Junge?“, gegen Ende wurde es ein flüstern.
Nein Ceres, du wirst größer, und hübscher, deine Haare wachsen schnell und du hast so große schöne Augen, wenn du lächelst sehe ich hinter dir immer ein Blumenmeer, und ich bin mir sicher, das du eines Tages jemanden finden wirst der das auch sieht, jemand, der nicht solche Spielchen treibt.
All das und mehr lagen auf meinen Lippen, stattdessen drehte ich mich langsam, legte eine Hand über ihre Augen und gab ihr einen sanften Kuss auf die Stirn.
Seltsamerweiße, schien sie zu verstehen was ich sagen wollte, denn ein schmunzeln zierte ihr Gesicht.
Ich zog meinen Schal der zum Kostüm gehörte aus und band ihr die Augen zu bevor ich so schnell wie mich meine Beine tragen konnten verschwand.

Am nächsten Tag hatte ich beobachtet wie Ceres in der großen Pause mit Andrej über das sprach was letzte Nacht passiert war, sie wedelte dabei wild mit den Armen als würde er sie nicht hören wenn sie keinen entsprechenden Körpereinsatz dabei zeigt.
„Bring zuende was du angefangen hast.“, ertönte Lisas Stimme hinter mir, ihr Blick sprach Bände: „Du hast mich gesehen?“
Sie nickte und ihre Gesichtszüge wurden von der strengen ‘Alphamutter’ zu der besorgten ‘Big Sis” die sie für Ceres schon immer war: „Ich verstehe nicht warum du das getan hast, aber wenn du heute nacht nicht kommst, wirst du ihr erneut wehtun.“, ich legte meine Hand auf Lisas Haare und steichelte vorsichtig ihr Haar: „Du denkst immer nur an die anderen, das mag ich so an dir. Du bist zwar ein wandelnder Tollpatsch, und lebst sogar etwas hinter den Mond was bestimmte Personen betrifft, aber du bist schon immer die gewesen die uns alle wieder einen Tritt in den Hintern verpasste wenn wir nicht mehr weiter gingen.“, Lisas Wangen wurden rot und ich sah wieder zu Ceres die – aus welchen Grund auch immer – sich ganz sicher war das die ‘Love police’ wieder kommen wird.
„Ich… schaff es nicht bei jedem,“, hörte ich Lisa hauchen und drehte mich wieder zu ihr während meine Hand noch auf ihren Kopf war: „Egal wie oft ich ihn trete, einen Schritt vorwärts zu gehen, er geht immer wieder diesen Schritt zurück, es ist als würdest du einen Strassenköter wegtreten aber er kommt immer wieder betteln. Egal wie oft ich trete er geht und geht nicht weg.“, aus Lisas Augenwinkeln kamen Tränen und ich nahm sie schnell in den Arm, drückte sie etwas und murmelte in ihr Haar: „Odin wird es früher oder später verstehen warum du so handelst, und wenn es soweit ist wird er dir alles verzeihen, ganz bestimmt.“
Versuchte nicht zu Ceres hinüber zu sehen, aus meinen Augenwinkeln ich erkennen konnte das ihr Körpereinsatz beim erzählen verschwunden ist und sie zu mir sah.

Wie es mir Lisa befohlen hatte kam ich in dieser Nacht erneut im Kostüm, sie als die weibliche Heldin verkleidet, desweiteren sorgte sie – nur die Götter wissen wie – das meine und ihre Stimme anders klang.
Keine Menschen… das Odin und sie keine Menschen sind weiss ich… aber was waren sie dann?
Tatsächlich wartete Ceres in ihren Bett, die Beine angezogen, in ihrer kleinen Hand hielt sie den Brief von Gestern: „Du bist gekommen, ehrlich gesagt dachte ich nicht, aber egal du bist da und sogar mit deiner Partnerin!“, strahlte sie mich an und ging ein paar Schritte auf mich zu: „Die nächste Frage ist: Wie kann ich Odin-oniichan und Lisa helfen zusammen zu kommen?“, wir beide ließen uns nichts anmerken.
„Hier ist Zeit und Geduld gefragt, und vor allem, nicht alles ist immer so wie es scheint.“, sprach ich, diese fremde Stimme erschreckte mich selber, noch mehr wie die Rufe von Umbra die durch Lisas seelischen Beistand immer leiser wurden.
Ceres ihr Blick wurde entäuscht, dann saß sie sich aufs Bett und betrachtete die anderen noch restlichen drei Fragen an.
Ich wollte nur wissen was sie bedrückt, ich will doch nicht… ich war mir wirklich sicher sie hatte Liebeskummer aber anscheinend waren es nur die allgemeine Dinge.
„Was… soll ich tun wenn Mickey wieder probiert zu fliegen?“, sie starrte auf das Blatt regelrecht und ich zuckte kurz zusammen: „Das ist keine Frage die zu meinen Fachgebiet steht, aber, sollte er es wirklich wieder probieren…“, ja… was dann?
Ich öffnete die Lippen doch bevor ich was sagen konnte wurde ich mit der Kamera von ihr geblitzt: „Ich hab einen Schulfreund versprochen ein Foto vo-“, sie lächelte das Bild an im dunkeln, lag die Kamera auf ihr Nachtkästchen und sah zur Decke: „Oh man da habt ihr mich echt reingelegt.“, sie fing an herzlich zu lachen und sprang dann auf: „Auf diesen Schock hin muss ich uns erstmal einen Mitternachtssnack machen, was willst du denn Lisa?“
Lisa nahm die Kamera und zeigte mir das Beweisfoto was für ein schlechter Freund ich war.
Beide gingen aus den Zimmer und begannen über nichts besonderes zu reden, als wäre das alles nie passiert.
Gab es eigentlich irgendetwas, mit dem du erreichen konntest das dich Ceres hasst nachdem du in ihr Herz gelandet bist? Irgendwie?
Die Digicam ausgeschalten bemerkte ich das Ceres ihren Brief verloren hatte, ich hob ihn und laß was drinnen stand:

Was ich fragen werde über die Liebe wenn ich die Chance habe:
Wie wird mein erster Kuss aussehen?
Wie schaff ich es das Odin und Lisa zusammen kommen?
Wie kann ich den stechenden Schmerz abschalten wenn ich sehe wie Mickey ein Mädchen küsst oder umarmt?
Wie bring ich mich dazu aufzuhören ein Mädchen sein zu wollen nur für Mickey.
Wie soll ich Mickey sagen das ich ihn liebe?

Du bist abscheulich, niederträchtig, unsympathisch, verwerflich, ekelerregend, widerwärtig, unerträglichabstoßendekelhaftinakzeptabelWIDERLICHLÄSTIGPEINLICHBESCHÄMENDPENETRANTSTÖREND VERSTOSSENSWERTER ABSCHAUM!
Ich fiel auf die Knie, vernahm nicht den Lärm der Küche und Lisas lachen das mit Ceres ihren im leeren großen Haus hallte.
Vernahm nicht die sanfte Meeresbriese die vom Balkon bis in ihr Zimmer gebracht wurde. Der Vollmond der so klar scheinte oder gar die einfache Tatsache das ich beim hinfallen mir unsanft die Knie aufgeschorft habe.
Ich vernahm nur die Stimme Umbras und dieser gellend heisse Schmerz unter meinen Brustkorb, diese Messerklinge die immer wieder reingerammt wurde Synchron mit meinen Herzschlag.
Aas, Naturkatastrophe, Abfall Produkt, Bastard, Bestie, Betriebsunfall, Hirntoter, Atomarer Unfall, Brechmittel, Fehlgeburt, Kanalratte, Vollidiot, Schandfleck, Blindgänger, elender Gefühlslegastheniker…
Es hörte nicht auf.
Ich lag den Brief dahin zurück wo sie ihn fallen gelassen hatte.
Für Ceres ihr eigenes Wohl, darf ich niemals mit ihr zusammen kommen.

Lisa hatte Ceres erzählt das sie es beim ersten mal war, so erfuhr Ceres nicht das sie mir praktisch selbst gebeichtet hat das sie ein Mädchen ist.
Dennoch.
Ceres war wieder wie immer, alles war wie immer.
Keine Spur von dieser abgrundtiefer Trauer die ich bei ihr bemerkt hatte die letzten Tage.
Aber was kann ich schon dazu sagen?
Ich bin nichts weiter als ein Gefühlslegastheniker… Verlierer, Idiot, Lügner, Naturkatastrophe, Abfall Produkt, niederträchtig, unsympathisch, verwerflich, ekelerregend, widerwärtig, unerträglich, abstoßend, ekelhaft, Aas, Bastard, Bestie, Schandfleck, Blindgänger, Hirntoter, Atomarer Unfall, Brechmittel, Fehlgeburt, Kanalratte, Vollidiot und ein Betriebsunfall…

Der falsche Internetbekannte

Seit den ersten Tag in der AK konnte ich schon zwischen diesen Realitäten switchen. Es war im vorletzten Jahr der AK.
Cecil hatte schon immer Probleme sich Freunde zu machen. Zumindest Freunde die ihn akzeptieren als das was er war, ein Hasenliebhaber der nicht an Frauen interessiert ist.
Wenn ich so recht überlege, hab ich mit ihm nie geklärt das ich weiss das er ein Junge ist…
Zooé meinte ich soll auch bei Cecil zuhause sein wenn dieser Mysteriöser Internetfreund auftaucht um sich mit Cecil zu treffen, denn sollte es ein Pädophiler alter Mann sein würde er einen Zeugen brauchen das alles was Zooé macht Notwehr war.
Also saßen wir beide auf der Couch während es draussen dunkel war, etwas unsicher wuselte Cecil nervös umher, in seinen süßen kleinen Anzug den er extra gekauft hatte.
„Wie der Streber vom Dienst siehst du aus, zieh deine normalen Sachen an.“, antwortete Zooé, sichtlich genervt davon das Cecil seine Nervösität langsam auf uns zu übertriegen schien.
Aber sein süßes erfreutes Lächeln konnte uns einfach nicht lange sarkastisch werden lassen.
Selbst Zooé war wieder ruhig und blickte etwas, wirklich nur sehr sehr sehr schwach, verlegen zur Seite als Cecil uns anlächelte.
„Keine Sorge, dein Freund mag dich doch so wie du bist nicht? Und wenn du ihm wirklich die Blumen schenkst wird er denken du willst ein Date mit ihn.“, lachte ich und deutete auf den Strauß Rosen der Cecil extra gekauft hatte.
Er selbst wurde knallrot und nickte: „Du hast Recht… ich zieh mir lieber die Schuluniform an…“, er rannte los und Zooé schüttelte nur seinen Kopf genervt.
Gerade als ich Cecil der wieder zurückkam an der Hand packen wollte um ihn auf die Couch zu ziehen klingelte es, Cecil flog regelrecht zur Haustür während wir auf der Couch noch wahren.
Ein lachen ertönte, brüllen vor lachen, Geräusche von Fotos und Zooé war schneller richtung Tür gerannt als das ich die Geräusche eindeuten konnte.
Vor der Türe standen 2 Schüler, einer hatte sich die Haare Pink gefärbt und hochgestellt, der andere war einfach ein X-Beliebiger – Im dutzend Billiger würde hier gut passen – in jeder Schule mehrmal siehst.
Vor ihnen eine etwa 120cm große Ken Puppe von Barbie, ein Schild um den Hals mit den Namen des anonymen Internetfreundes.
„Wuahaha, du bist wirklich darauf reingefallen. Wie bescheuert muss man sein, küss ihn! Los küss ihn doch endlich ahahahaha!“, rief der Pinkhaarige und Cecil starrte die Puppe an und fing an zu lachen.
„Oh man, da habt ihr mich aber dran bekommen, ich dachte echt ich habe einen neuen Freund gefunden, und wenn ich daran denke was ich euch alles anvertraut habe…“, er lachte weiter und Zooé sein Blick erstarrte.
Während er lachte liefen große Tränen von seinen Augen, ich packte ihn an der Schulter zog ihn zu mir und legte meine Hände über seine Augen: „Ich hab nichts gesehen.“, zog Cecil ins Haus und die Türe zu.
Draussen hörte ich nur noch das Geräusch von Knochen die der Kraft von Zooé nicht standhielten.
Cecil selber lachte weiter, die Tränen hörten aber nicht auf: „Cecil…“, ich ließ ihn vorsichtig los während er anfing – wie auch Ceres, nach einen großen Emotionalen Schock – in Englisch zu reden: „Why should I hide? Why should I be ashamed?“, zitterte er und ich strich ihm die Tränen vom Gesicht vorsichtig.
Zooé kam rein und wischte das Blut auf seinen Händen in dem T-Shirt des Jungen der die Handykamera hatte, nun oben ohne dastand und einen Blick eines Traumatisierten hatte.
Der Pinke selbst war bewusstlos und ich konnte vor lauter Blut im Gesicht nicht einmal mehr sagen ob er lebt.
Er warf das T-Shirt gegen den Zitternden Lakaie des Pinkhaarigen und zog Cecil in seine Arme.
Flüsterte leise in sein Ohr und presste so fest es ging ihn an sich, als würde Zooé gerade selber gegen etwas in ihn ankämpfen.
Cecil sein Gesicht wurde wieder gefasst, und nach einigen endlosen Sekunden umarmte er Zooé ebenfalls fest.
Nicht zum ersten Mal wurde ich Zeuge, was es für Zooé bedeutet wenn du seine Freunde quälst.
Und nicht zum ersten Mal wurde ich Zeuge, wie eng die beiden sich standen ohne jemals die drei Worte ausgesprochen zu haben…
Mir wurde bewusst das ich 3 Tage hatte um wieder in meine Realität zu kommen, um zu verhindern das Ceres dasselbe passierte…
Gerade als ich aufgeben wollte dass ich es noch rechtzeitig Nachhause schaffe landete ich wieder in meiner Realität.
Noch konnte ich Ceres vor dieser Schmach retten, ich war zwar noch gute 20 Minuten Fussweg von ihr Zuhause weg dennoch rannte ich.
Es war nicht das erstemal, dass sich das Training im Fussball Club auszahlte, nach weniger als 3 Minuten sah ich die Mädchen die einer großen Tasche richtung Ceres ihren Zuhause gingen: „Hallo meine Damen ♥.“, fing ich sie ab und legte meine Arme ihnen um die Schulter, sie sahen mich an als wäre ich Gespenst: „M-Mike!“, stotterte die mit den pinken Haaren und ich drückte beide etwas näher zu mir: „Psst, ihr Süßen, ich muss euch dringend etwas beichten.“, ich lächelte sie an und sie gingen mit ihren Ohren ganz nah an meinen Mund: „Wenn ihr Ceres jemals wieder einen Streich spielen werdet, dann werde ich dafür sorgen das ihr von der AK fliegt, verstanden? ♥“
Meine Finger auf die Lippen gelegt zwinkerte ich beide an und nahm mit der anderen Hand die Tasche: „Das ist beschlagnahmt.“, sie nickten wie blass und rannten auf einmal weg.
Der Joker das Sonnyboy Mike auch fies sein kann war hiermit wohl ausgespielt.

Ich stand vor Ceres ihrer Tür und klingelte: „Ceres?“, sie stand vor mir in einen weissen Kleid, einen passenden Sonnenhut und eine sehr weibliche Frisur: „Mickey?!“, rief sie erschrocken und bevor sie reagierte reagierte Zoé und knallte die Türe mir vor die Nase zu.
Sie tuschelten – etwas zu laut – darüber ob ich wohl dieser Mysteriöse Internet Freund war.
Was sollte ich sagen?
Doch bevor ich reagieren konnte wurde die Türe aufgerissen und Ceres hatte ihre übliche Jungs Kleidung an.
„Also, ich wollte nur—“, sie packte mich am Unterarm und lächelte: „Gehen wir Mickey.“, sagte sie nur und Zoé die wie auch in der anderen Realität anwesend war winkte uns hinterher.
„Ceres? Ich muss dir dringend etwas sagen.“, eigentlich, hatte ich es ja nicht geplant, aber ich hatte auf einmal diesen Drang alles loszuwerden was mich belastet.
Ihr zu sagen was in den letzten drei Jahren passiert ist, ihr zu sagen das ich weiss das sie ein Mädchen ist, und zu sagen das ich mich in Cecil…
Sie sah mich fragend an und wir gingen den langen leeren Weg entlang, die Mauer und das Meer unser ständiger Begleiter.
„Ich mag am liebsten die Cirrus und die Cumulus.“, antwortete sie auf meinen Satz nur und kletterte auf die Mauer, streckte die Arme aus und stolzierte so den Weg entlang.
„Ja stimmt, das sind besonders schöne Wolkengattungen, meine Favoriten kennst du ja.“, lachte ich und verschränkte die Arme unterm gehen hinter den Kopf während wir beide zum Himmel schauten: „Die Altocumulus und Cirrocumulus ♥“
Ein Wind kam auf und ich sah zu Ceres hoch: „Ceres!“, ich sprang mit einen einzigen Satz die Mauer hoch und stand vor ihr, ihre Wangen färbten sich rot und blickten mir erschrocken in die Augen: „Ceres…“, wiederholte ich ihren Namen leise und umarmte sie so fest es ging: „Bitte hör mir zu was ich dir jetzt sage. Ich weiss das du-“, mein Herz rasste während ich ihren Kopf an meine Brust druckte, sie musste es quasi hören wie nervös ich war.
Durfte ich Ceres mit dieser Tatsache belasten? Hatte ich nicht schon genug angestellt? Was war denn nun eigentlich selbstsüchtiger, es zu sagen oder es geheim zu halten?
Einmal ausgesprochene Worte können nie mehr zurück genommen werden.
„Ich weiss das du…“, sprach ich erneut leise aus, strich durch ihre Haare und lies mich von Wind um uns einfach unterbrechen.
„Egal was passieren wird, und egal ob du mich hassen wirst eines Tages,“, sie wollte zu etwas ansetzen aber ich legte meinen Zeigefinger auf ihren Lippen und brachte sie zum schweigen: „Ich möchte das du weisst…“
Ich hauchte Worte, leise, sehr leise, der Wind lies meine Worte ins ungehörte versickern, das Meeresrauschen und die Geräuschen der Grillen um uns halfen ihn dabei.
„Mickey? Ich liebe den Wind.“, lächelte sie, als wüsste sie das ich etwas schönes gesagt habe und sie freute sich als hätte sie es sogar gehört.
„Ich liebe den Wind auch, und den Himmel, die Wolken.“, lies sie langsam los und nahm ihre Hand: „Mickey? Wenn wir die Schule fertig haben, werden wir fliegen. Ich weiss auch wie.“, sie weitete ihre Arme auch den dessen Hand ich hielt und nahm einen tiefen Atemzug: „Und nun, lass uns einen Spielplatz suchen den wir Unsicher machen.“, fing sie an zu grinsen sprang runter von der Mauer zog mich mit und rannte so schnell ihre Beine sie trugen konnten mit mir im Schlepptau ohne Ziel mit.

Meine zwei Brüder und Sam

Mit einer Tasche in Form eines Pandakopfes als Geschenkes gingen wir in die Kinderabeteilung es örtlichen Krankenhauses.
Hinter den automatischen Glastüren war sie, meine kleine Schwester Samantha, umzingelt von Juanes und Sean meinen älteren Brüdern.
Während Juanes schon Professor in Geologie war, war Sean erst ein Student in Psychologie…
Und obwohl wir alle 3 so unterschiedlich waren, hatten wir eines gemeinsam.
„Michael!“, rief Sam riss sich aus den Umarmungen meiner Brüder und rannte zu mir freudig und sprang mir in die Arme.
Unsere Welt drehte sich um Samantha.
„Hey meine Kleine, schau nur was ich gefunden habe.“, ich reichte ihr die Tasche und Ceres die mich begleitet hatte strich Samantha über ihre Haare: „Hey Sam, sind die Ärzte lieb zu dir gewesen?“
Seit ich zurückdenken kann war Sam in diesen Krankenhaus, eine Entwicklungsstörung. Würde nur die politische Karriere meines Dads beeinflussen meinte Mutter.
Doch vor wenigen Monaten hatten die Ärzte eingesehen das Sam nur etwas anders war, aber nicht gestört…
„Alles gute zum Geburtstag, kleine.“, ich drückte sie fest an mich und Juanes mit Sean warf erst einen eifersüchtigen Blick, dann aber liebevoll und irgendwie landeten wir 4 ins Gruppenkuscheln während Ceres anfing zu lachen und uns die anderen Eltern ansahen als wären wir die zurückgebliebenen.
„Und wieviele Rechenwege hast du in der Zwischenzeit rausgefunden um auf ‘42′ zu kommen?“, fragte Ceres und löste Sam aus den Griff des Massenknuddels und zog sie selbst in die Arme: „172.“, antwortete Sam und wirkte zufrieden mit sich und der Welt.
Sie hatte Ceres so lieb, es war einfach zu niedlich.
Eine Hand nahm Sean, die andere Juanes, Ceres lief hinter Sam und ich etwas vor während wir über das Krankenhaus Gelände spazierten: „Und Samantha? Hast du dir schon überlegt was wir machen wenn du aus den Krankenhaus darfst?“, fragte Juanes ihr und betrachtete das dichte Blätterdach über uns.
Es verging einige Zeit und Sam antwortete kurz und knapp: „Nähen!“, Sean grinste und alle blicke fielen zu Ceres.
Sam wollte schon immer nähen, durfte aber spitzige Sachen nicht ohne beaufsichtigung nehmen, da aber ich und meine Brüder linke Hände hatten fiel diese Arbeit auf Ceres, die inzwischen schon selbst diesen Tick hatte, von Personen die sie wirklich gerne hat eine kleine Puppe zum kuscheln anzufertigen. Oder gar Schlüsselanhänger.
„Was schaut ihr alle so? Ihr dürft Sam ruhig mehr zutrauen, ist ja nicht so als würde sie die Nähnadel sich in die Kehle rammen.“, antwortete sie etwas genervt und meine Brüder zuckten zusammen: „Und hört auf so zutun als würde Sam ein kleinkind sein, sie ist 14 Jahre und weiss alles was auch 14 jährige wissen. Sie ist ein ganz normales Mädchen.“, sie riss regelrecht Sam aus den griffen erneut und drückte ihren Kopf gegen ihre Brust: „Sam ist so niedlich ~“, hauchte sie und wieder hatte Sam diesen unheimlichen niedlichen Blick oben wenn man sie umarmte.
Sam war das Nesthäckchen der Familie, niemand wollte das sie jemals leidet und alle packten sie in Zuckerwatte ein.
Wäre wohl Ceres nicht, dann wäre Sam ein Mädchen das verwöhnt wäre, und bei der kleinsten Kleinigkeit anfangen würde zu weinen.
Naja, eigentlich tat Ceres nichts anderes wie hin und wieder uns Bruderschwarm einen unsanften Tritt ins Knie zu geben wenn wir es mit etwas übertrieben.
Im Gras lag ein einsamer und verlassener Ball den ich vorsichtig Samantha vor die Füße tritt: „Wie wäre es mit einer Runde Fussball? Ihr drei gegen mich und Ceres.“, ich tippte mit den Daumen siegessicher auf meine Brust und Juanes nahm den noch vom Gras nassen Ball in die Hände: „Natürlich, immerhin muss euch beide ja wen runterholen vom Outer Space.“, Sam klatschte in die Hände freudig und wir legten unsere Sachen auf eine leere Sitzbank bevor es begann.

Es war kein besonderer Tag für jemanden aussenstehenden, aber für mich, der absolut keine Beziehung zu seinen Eltern aufbauen kann, ist es umso schöner wenn man ein wunderbares Verhältnis zu seinen Geschwistern hat. Das man lachen kann über kleine Dinge und einfach weiss das sie für einen da sind.
Denn Geschwister sind eines der wenigen Dinge wo ich weiss das ich sie immer haben werde.



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